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Donnerstag, 13. März 2008 |
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Am 14. März hat der Senat der Universität Münster, auf Grundlage des "Hochschulfinanzierungsgerichtigkeitsgesetzes" der NRW-Landesregierung, allgemeine Studiengebühren in Höhe von 275€ eingeführt - und das trotz heftigen Protesten von Gewerkschaften, ParteivertreterInnen, Hochschulmitgliedern - und allen voran, tausenden Studierenden, die versuchten mit guten Argumenten das Ruder noch herumzureißen und sogar den Senat stürmten. Leider starb die freie Bildung an der Universität Münster trotzdem. Diesem Misstand und um den 1800 Studierenden zu gedenken, die seit der Einführung von Studiengebühren ihr Studium beendet haben, wollen wir uns auf dem Schlossplatz versammeln und 1800 Kerzen entzünden.
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Sonntag, 18. November 2007 |
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Die mittlerweile schon fast zum Bild vor dem Schloss gehörende Skulptur der Offenen Uni "The Brain" (mehr Infos HIER) muss weg. Deshalb könnt ihr sie jetzt ersteigern - und zwar auf eBay. Klickt einfach HIER.
Die Skulptur entstand im Zuge des Versuchs des Boykotts allgemeiner Studiengebühren an der Universität Münster. Sie stand während der Freiluftausstellung „Münster Skulptur Projekten“ auf dem Gelände der Kunstakademie und der Universität Münster. Dort erregte „The Brain“ große Aufmerksamkeit unter den Besucherinnen und Besuchern der „Skulptur Projekte“. Das Gehirn aus Bauschaum war unter den BesucherInnen sehr beliebt und sorgte zeitweise für verwunderte Gesichter, weil es nicht im Programm der MSP stand. Fotos von „The Brain“ gingen um die ganze Welt.
Der Versuch, dem Innovationsminister NRWs, Andreas Pinkwart (FDP), das Gehirn während seines Kurzaufenthaltes an der Kunstakademie zu schenken, scheiterte an seiner Ablehnung. Seit dem schaut das Gehirn aus Bauschaum einer ungewissen Zukunft entgegen. Zuletzt wurde es von den BesucherInnen der Münsteraner Kirmes „SEND“ bewundert.
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Dienstag, 30. Oktober 2007 |
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Vor einem halben Jahr musste bereits die Offene Uni Bonn ihre Internetadresse (www.offene-uni-bonn.de) abgeben. Die Begründung: sie verstoße gegen die Namensrechte der Uni Bonn.
Noch schlimmer ergeht es jetzt allerdings der Offenen Universität aus Gelsenkirchen. So hat die Organisation, die kostenlose und unabhängige Bildung für breite Schichten anbietet, vor kurzem Post aus dem Ministerium von Innovationsminister Pinkwart bekommen. Darin wurden sie unter der Androhung von 500.000€ (in Worten: Fünfhunderttausend Euro) Strafe dazu aufgefordert, ihren Namen zu ändern. Die Bezeichnung "Offene Universität" verstoße gegen das Landeshochschulgesetz.
Wir, die Offene Universität Münster, haben zwar noch keine Post aus Düsseldorf bekommen, aber haben trotzdem kein Verständnis für diese Repressionsmaßnahmen. Schließlich haben sich die Offenen Universitäten zum Ziel gemacht freie und offene Bildungsangebote bereitzustellen die an den Hochschulen des Landes mittlerweile - und gerade dank Minister Pinkwart - so nicht mehr zu finden sind. Eigentlich könnte man sich da doch glücklich schätzen, dass - wie so oft gefordert - soziale Angebote nicht mehr von staatlicher Seite sondern von Ehrenamtlichen getragen werden. Stattdessen möchte das Land scheinbar auch an dieser Stelle freie Bildungsangebote verhindern! Ob das an dem politischen Eintreten für freie Bildung auch an staatlichen Hochschulen liegt, kann man an dieser Stelle nur mutmaßen. Wir solidarisieren uns mit der Offenen Universität Gelsenkirchen und fordern von der Landesregierung, die dort geleistete Arbeit nicht zu zerstören, sondern zu unterstützen!
Nachtrag (18.11.): Die Offene Universität Gelsenkirchen musste sich mittlerweile in "Offene Akademie" umbenennen. Weitere Informationen auch auf ihrer neuen Homepage: www.offene-akademie.org
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Freitag, 26. Oktober 2007 |
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In einer Rede anlässlich des 250. Geburtstages des preußischen Reformers Freiherr von Stein hat Bundespräsident Horst Köhler gestern in Berlin heftige Kritik am deutschen Bildungssystem geübt. Er betonte besonders das Problem der Bildungsungerechtigkeit und den Verlust des humboldt'schen Bildungsideals.
"Wie stolz waren wir doch, etwa auf unser Bildungssystem - das ja zu guten Teilen Steins Zeitgenosse Wilhelm von Humboldt geschaffen hat. Wir wähnten uns weit weg von der feudalen Gesellschaft und ihren durch Herkunft und Geburt bestimmten Lebenswegen - jetzt haben wir es dank PISA-Studien schwarz auf weiß, dass es bei uns auch heute noch ererbte Privilegien gibt. Denn anders kann man es doch nicht nennen, wenn vier von fünf Akademikerkindern studieren, aber nur eines von fünf Kindern mit Eltern ohne akademischen Grad. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir in puncto frühkindlicher Bildung den Status eines Entwicklungslandes haben, dass unser Schulsystem Begabungen verkümmern lässt und dass unsere Hochschulen in Spitze und Breite ein gutes Stück von der Exzellenz entfernt sind, die wir brauchen, um im internationalen Vergleich erfolgreich zu bleiben."
Die gesamte Rede im Wortlaut könnt ihr euch HIER durchlesen.
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Dienstag, 09. Oktober 2007 |
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Das Oberverwaltungsgericht hat entschieden: Studiengebühren in NRW sind rechtmäßig.
200 Studierende aus verschiedenen Bundesländern und Unis demonstrierten vor dem Oberverwaltungsgericht für freie und gerechte Bildung und brachten Argumente gegen Studiengebühren dar. Die neuen Zahlen belegen, dass trotz über 4% mehr Abiturienten weniger junge Menschen ein Studium aufnehmen, und somit ein Abschreckungseffekt besteht.
Das Gericht hielt den UN-Sozialpakt mit der "allmählichen Einführung der Unentgeltlichkeit" der Hochschulbildung jedoch für nicht bindend. So wörtlich über den Vertrag: "Dieser enthalte zwar eine Vertragsbestimmung über den unentgeltlichen Zugang zum Hochschulunterricht, auch habe die Bundesrepublik dem Pakt durch Gesetz zugestimmt. Gleichwohl sei die Vertragsbestimmung weder darauf angelegt noch geeignet, innerstaatlich als unmittelbar geltendes Recht angewandt zu werden.
Eine Revision ist nicht zulässig, aber es wird eine Beschwerde auf Zulassung der Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht eingelegt, damit es dort doch noch zu einer Verhandlung kommt.
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