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Argumente für den Boykott
Boykott – Wehrt euch! Drucken
Mittwoch, 11. Juni 2008
misere_claim_klein.gifDie Argumente gegen Studiengebühren sind vielfältig: Soziale Selektion, sinkende oder gleich bleibende Studierendenzahlen bei steigenden Abiturientenzahlen, Studierende müssen mehr arbeiten, die Gebühren stopfen nur Haushaltslöcher, Bildung ist ein Menschenrecht und kann als solches nicht zur Ware werden, kaum Veränderungen, ...
Aus diesen und anderen Gründen sprachen sich im vergangenen Wintersemester in einer Urabstimmung die Studierenden für einen erneuten Studiengebührenboykott aus. Jetzt rufen wir euch auf, alle daran teilzunehmen.
Das ist wichtig, denn schon im Wintersemester wird der Senat erneut über Studiengebühren entscheiden – im Gegensatz zu anderen Bundesländern können in NRW die Hochschulen selber über die Gebühren entscheiden. Da geht es dann nicht nur darum, ob die Gebühren erhalten bleiben sollen, sondern auch um eine Erhöhung, die das Rektorat wahrscheinlich fordern wird. Mit einem Boykott zeigen wir, dass wir immer noch dagegen sind und uns nicht mit Studiengebühren abfinden werden.
Letztes Jahr haben wir gesehen, dass bei einem erfolglosen Boykott nichts schief geht, der AStA ist nicht mit eurem Geld abgehauen und die Rückmeldungen klappten auch. Ein Versuch kostet also nur die paar Minuten um den Überweisungsträger auszufüllen. Außerdem erwähnte Frau Dr. Ravenstein, Prorektorin für Lehre und studentische Angelegenheiten, dass bei Erreichen des Quorums erneut mit dem AStA verhandelt werden müsse.
Vielleicht habt auch ihr schon bemerkt, dass die Gebühren nicht so toll sind, da sie im Endeffekt kaum Verbesserungen bringen. An vielen Stellen werden sie benutzt, um Landesmittel zu ersetzen. Natürlich hat sich ein wenig verbessert, aber keine Verwaltung kann so blöd sein, 5 Millionen Euro in den Sand zu setzen – die Verbesserungen stehen jedoch in keinem Verhältnis zu dem eingezahlten Geld.
Auch in anderen Bundesländern bewegt sich was. In Hessen werden die allgemeinen Studiengebühren von der linken Parlamentsmehrheit voraussichtlich im Juni abgeschafft1. In Hamburg einigten sich CDU und Grüne auf nachgelagerte Studiengebühren, das heißt, dass die Gebühren erst nach dem Studium fällig werden.2 Dies stellt jedoch mitnichten eine positive Entwicklung dar, sondern verlagert die durch Studiengebühren verursachten Probleme lediglich zeitlich nach hinten. Wie sich in Australien zeigt, sind diese Gebühren immer noch sozial selektiv, da beispielsweise Frauen im Durchschnitt mehr als drei Mal so lange ihre Schulden abbezahlen müssen. Deshalb lehnen wir auch diese Gebühren ab. 3
In Hamburg an der Hochschule für bildende Künste fand im vergangenen Sommersemester ein Boykott der Studiengebühren statt. Dazu muss mensch wissen, dass in Hamburg die Gebühren nicht am Anfang des Semesters, sondern rückwirkend in der Mitte des Semesters bezahlt werden müssen. Bis zu 80% der Studierenden boykottierten die Gebühren im Juni 2007. Mit vielen kreativen Aktionen begleitet, setzten sie den Boykott fort. Im Juli wurden sie exmatrikuliert, da in Hamburg das Gesetz ein Exmatrikulation vorschreibt. Praktisch blieb das aber zunächst folgenlos, da sie sich bis September durch Zahlung der Gebühren wieder immatrikulieren konnten. Auch den letzten Stichtag ließen die Boykottierenden jedoch verstreichen, stattdessen legten sie Widerspruch gegen die Exmatrikulation bei Gericht ein und studierten weiter. Die Klagen waren erfolgreich, eine rückwirkende Exmatrikulation nicht möglich. Auch als die nächste Zahlungsaufforderung kam wurde wieder boykottiert und weiter studiert. Inzwischen steht im neuen Koalitionsvertrag, dass eine Lösung für die Boykottierenden gefunden werden soll.4 Ihr seht also, bis wirklich jemand exmatrikuliert wird, dauert es ganz schön lange. Erfolglos war der Boykott in Hamburg jedenfalls nicht – immerhin waren Studiengebühren ein Wahlkampfthema.
In NRW ist die Situation für den Boykott viel besser, hier kann kein Ministerium die Uni zwingen, jemanden zu exmatrikulieren.5 Die Uni schmerzt es viel mehr, wenn plötzlich die Studierenden fehlen als dem Land, da sie Landesmittel pro Studi zugeteilt bekommt. Die Chancen sind gut, wir haben nichts zu verlieren – also lasst uns gemeinsam boykottieren!

 
Stell dir vor es gibt einen Boykott - und keiner macht mit! Drucken
Freitag, 06. Juli 2007
boykottDer Boykott wird scheitern, wen wundert’s, schließlich war das doch überall so, bekommt man oft zu hören. Nun kann man sich’s aus Sicht der Studierendenschaft leicht machen und dem AStA die Schuld dafür geben: Hätte man nicht alles früher beginnen können, besser organisieren sollen, mehr informieren müssen...
Nur scheiterten die Boykotts doch überall, so dass hinter dem Scheitern ein System stecken müsste. Natürlich, auch den offiziellen Stellen kann man eine Mitschuld unterstellen: Hätten sie nicht die Studierenden so eingeschüchtert....

Diesen Artikel von Maximilian Imhoff kannst du HIER weiterlesen.
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Bundesweiter Boykott-Aufruf des ABS Drucken
Freitag, 29. Juni 2007

boykottlogo02Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) ruft auf:

"Studiengebühren sind aus gesellschafts-, sozial- und bildungspolitischen
Gründen abzulehnen. Sie lösen kein einziges Problem, sondern verschärfen
die Krise des Bildungssystems.
Wir rufen daher alle betroffenen Studierenden bundesweit auf, sich gemeinsam
dem Boykott der allgemeinen Studiengebühren anzuschliessen."


Alle Informationen zum Studiengebührenboykott in Münster und wie auch du mitmachen kannst, findest du HIER.

 
Stimmen aus dem Rektorat Drucken
Donnerstag, 28. Juni 2007
radioDr. Marianne Ravenstein hat sich auf dem Deutschlandfunk zum Boykott geäußert. Sie ist als Prorektorin für Lehre, Studienreform und studentische Angelegenheiten Mitglied des Rektorates. Wirklich überzeugt hört sie sich jedenfalls nicht an... aber hört selbst!

Den Mitschnitt vom 18.Juni bekommt ihr HIER.
[Mit der rechten Maustaste auf den Link klicken und dann "Speichern unter.." auswählen]

Falls ihr das Interview lieber lesen wollt, klickt HIER.
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Boykott im Spiegel der Zeit Drucken
Mittwoch, 13. Juni 2007
charles_cunningham_boykottWas ist eigentlich ein Boykott und was kann ein Boykott überhaupt erreichen? Diese und ähnliche Fragen werden sich wahrscheinlich einige Leserinnen und Leser dieser Homepage stellen. Einige werden, wenn sie an Boykott denken, den Boykott der französischen Produkte assoziieren - als Protestform gegen die französischen Atomtests in Französisch-Polynesien. 1996 wurden die Tests auch aufgrund weltweiter Proteste eingestellt.
Oder an den Boykott des Multikonzerns Coca Cola, dem vorgeworfen wird, Gewerkschafter in Kolumbien umgebracht zu haben. Die Kampagne gegen „Killer Coke“ hat schon dazu geführt, dass Coca Cola versprochen hat, unabhängige Beobachter nach Kolumbien zu schicken, was aber bis heute nicht passiert ist. Der Boykott hält also weiter an.
Aber Boykotte sind keine Erfindung der Neuzeit...
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